Die gute Sache fördern – wir auf ekoneo

Die Idee stammt aus New York. Dort stieß einer der Gründer von ekoneo, Mario Kümmel, auf das „Nonprofit Coordinating Committee of New York“.

Preisnachlass für Non-Profit-Organisationen

Dieses vermittelt ihren Mitgliedsorganisationen Preisvergünstigungen bei verschiedenen Anbietern. Mario Kümmel stellte fest, dass insbesondere große, weltweit agierende Organisationen sehr gute Konditionen für ihren Einkauf heraushandeln können. Aber was ist mit den Tausenden kleineren und mittleren Nonprofits, die um jeden Euro kämpfen und vom ehrenamtlichen Engagement getragen werden? Wie können diese von besseren Angeboten profitieren? Seine Antwort: indem diese Nonprofits geschlossen auftreten. Nach dem Motto: Zusammen ist man stärker.
Dieser digitale Zusammenschluss heißt ekoneo. Auf der Plattform bündeln sich Non-Profit-Organisationen. Im Namen aller verhandeln die Plattformbetreiber mit unterschiedlichen Unternehmen aus vielfältigen Branchen Preise und machen diese allen Nonprofits zugänglich.
ekoneo ist damit eine tolle Schnittstelle zwischen gemeinnützigen Organisationen und nachhaltigen Unternehmen, die sich engagieren und aktiv beteiligen wollen, ohne selbst ein eigenes Projekt erfinden zu müssen. Durch die Preisnachlässe, die den Nonprofits gewährt werden, wird somit nicht nur eine Organisation unterstützt, sondern ganz viele, was den Mehrwert für beide Seiten enorm steigert. Im Interview erzählen uns die Gründer Benedikt Boll und Mario Kümmel mehr über ihre Plattform und das Fundraising 2.0.

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Was ist eine Nonprofit-Organisation? Und wer genau darf sich bei Euch anmelden?

Gemeinnützige Organisationen können Vereine, Stiftungen, Genossenschaften oder gGmbH’s sein. Ein kleiner Verein für Artenschutz, Geflüchtete oder Kindernachmittagsbetreuung ist genauso gemeint, wie ein Chor, ein Amateursportverein, eine große Genossenschaft, Stiftung oder Menschenrechtsorganisation. Entscheidend ist, dass die Organisation vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt ist und einen gültigen Freistellungsbescheid vorlegen kann. Wir suchen gerade auch große Organisationen, die mit ihrer starken Nachfrage über ekoneo auch kleineren Organisationen einen günstigen Einkauf ermöglicht. Also wenn zufällig jemand aus einem Verein, einer Stiftung oder sonstigen gemeinnützigen Organisation das hier liest – ermutigt eure Organisation für eine kostenlose Registrierung bei ekoneo.

 

Welche Kriterien gibt es für Unternehmen, aber auch für Unterstützer, um bei ekoneo aufgenommen zu werden?

Unser primäres Ziel ist es, gemeinsam mit Unternehmen Nonprofit-Organisationen als tragende Elemente unserer Gesellschaft durch Preisnachlässe zu unterstützen. Die Unternehmen, die sich über ekoneo engagieren, verzichten auf einen Teil ihres Gewinns zu Gunsten der Zivilgesellschaft.
Zudem ist es uns ein Bedürfnis nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Die Ressourcen dieser Erde sind endlich und unser Ziel muss ein gemeinwohlorientiertes Wirtschaften sein. Daher sprechen wir bevorzugt nachhaltig wirtschaftende Unternehmen an. Damit möchten wir diesen eine Plattform und einen Zugang zum wachsenden Absatzmarkt im Dritten Sektor bieten. Wir sehen uns mit unserem Unternehmen als Teil der grünen Wirtschaft und sind daher auch Mitglied in den zwei Unternehmensverbänden „UnternehmensGrün“ sowie „dasselbe in grün“. Leider gelingt es uns nicht immer, den nachhaltigsten Anbieter einer Branche für ekoneo zu gewinnen. In manchen Branchen, wie beispielsweise bei Kraftstoffen, gibt es keine nachhaltigen Unternehmen. Da Nonprofits aber manchmal auch Auto fahren müssen, will ekoneo auch hier die Möglichkeit geben zu sparen. In einigen Sparten arbeiten wir auch mit konventionellen Anbietern zusammen, da wir Nonprofits eine Auswahlmöglichkeit geben möchten. Dabei ist uns wichtig, dass diese Unternehmen trotzdem gewisse soziale und ökologische Grenzen nicht überschreiten. In unserer Rubrik „Nachhaltigkeit“ werden wir zusätzlich Nonprofits über Themen nachhaltiger Beschaffung informieren und möchten sie dazu anregen, ihre eigene Organisation nachhaltiger auszurichten.

 

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Welche Arten von Unternehmen unterstützen ekoneo bisher und welche Vorteile bieten sie den Nonprofits?

Viele unserer Partnerunternehmen kennen wir aus unseren Unternehmensverbänden „dasselbe in grün“ und „UnternehmensGrün“. Die Bandbreite der Waren und Dienstleistungen reicht dabei von Kleidung und Lebensmitteln über Versicherungen und Kommunikation bis hin zu Autovermietung und Ökodruck. Die Größe der Unternehmen ist sehr unterschiedlich. Von einem kollektiv geführten Verein, bis hin zu international agierenden Unternehmen ist alles dabei. Die Sonderkonditionen sind je nach Branche unterschiedlich hoch und reichen bis zu 60% Preisnachlass.

 

Im Oktober habt ihr eure Testphase abgeschlossen und die ersten Unternehmen und Organisationen haben sich bei euch angemeldet. Wie lief euer Projekt an und wie wird es sowohl von den Non-Profits, als auch von Unternehmen aufgenommen?

Wir sind glücklich, bereits tolle Angebote von über 40 Partnerunternehmen aus wichtigen Themenbereichen wie Energie, Car-Sharing, Druck, Fair-Trade Kaffee, Versicherungen, Technik, Webhosting oder Marketing für ekoneo gewonnen zu haben. Interessant war für uns die Erfahrung, dass Unternehmen sehr aufgeschlossen auf unser Projekt reagieren und gerne kooperieren, sobald wir einen direkten Kontakt hatten. Diese Kontakte herzustellen war anfänglich etwas schwerer für uns – aber da haben wir mittlerweile auch viel dazu gelernt.
Die ersten Nonprofit-Anmeldungen nutzten wir, um Feedback zur Funktionalität der Seite zu erhalten. Diese Informationen sind gesammelt, ausgewertet und in unsere neue Website eingeflossen. Seit Oktober ist die neue Website online. Aktuell sind wir dabei, das Rad ins Rollen zu bringen und konzentrieren uns vor allem auf die Öffentlichkeitsarbeit. Kürzlich haben wir auch ein Ökonauten-Stipendium gewonnen. Dieses Förderprogramm für grüne Startups wollen wir u.a. dazu nutzen, um Ideen auszuarbeiten, wie wir nun unser Projekt in der Welt der gemeinnützigen Vereine, Stiftungen, Genossenschaften und gGmbH’s bekannt machen können.

 

Was ist das Besondere an ekoneo und warum gibt es bisher kein vergleichbares Portal?

Besonders ist sicherlich, dass wir alle gemeinnützigen Organisationen in Deutschland, also potentiell über 600.000 Organisationen, ansprechen. Viele Organisationen betreiben einen großen Aufwand um durch Fundraising Gelder zu generieren oder um selbst Preise zu verhandeln. Wir Bündeln die Nachfrage aller Nonprofits und stellen sie im Folgenden allen Nonprofit-Organisationen kostenlos zur Verfügung. Dadurch können sich diese besser auf ihre gemeinnützigen Zwecke konzentrieren und über uns günstiger einkaufen. Wir finanzieren die Plattform über Beiträge unserer Partnerunternehmen.
Da wir leider nicht gemeinnützig werden können (das Unterstützen von Nonprofits ist kein gemeinnütziger Zweck in der Abgabenordnung), ist es uns wichtig, selbst als Sozialunternehmen aufzutreten. Das bedeutet, dass wir 100% unserer Gewinne wieder an gemeinnützige Projekte ausschütten werden.
Wir sind nun seit fast drei Jahren dabei das Projekt aufzubauen und umzusetzen. Als Startup ohne großen finanziellen Background dauern Prozesse manchmal etwas länger als gewünscht. Ich denke, dass die Ungewissheit der Thematik andere Personen davon abgehalten hat ein solches Projekt umzusetzen. Wir sind froh, dass wir bis jetzt unserem Traum gefolgt sind und mittlerweile schon einige Nonprofit-Organisationen unterstützen konnten. Darauf wollen wir aufbauen und die Plattform deutschlandweit bekannt machen.

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Ihr bezeichnet euch als Einkaufsplattform für Nonprofits. Was kann man darunter verstehen?

Auf ekoneo erhalten ausschließlich Nonprofit-Organisationen Zugang zu vielen attraktiven Preisnachlässen für Waren und Dienstleistungen unterschiedlicher Branchen. Wir bringen Nonprofits und gemeinwohlorientierte Unternehmen zusammen. Durch die gebündelte Nachfrage vieler Nonprofits können wir bessere Konditionen für alle Seiten verhandeln.
Günstigere Konditionen führen zu weniger Kosten. Direkt wahrnehmbare Angebote bedeuten einen geringeren zeitlichen Aufwand in der Verwaltung. Viele Unternehmen unterstützten schon zuvor Gemeinnützige mit Preisnachlässen. Durch unsere Überprüfung der Gemeinnützigkeit, erleichtern wir diesen Unternehmen ihr Engagement. Unser Ziel ist, dass Nonprofits durch ekoneo mehr Geld und Zeit für weitere tolle Projekte zur Verfügung haben.
Wir nennen daher das Angebot von ekoneo auch gerne das Fundraising 2.0: Nonprofits gewinnen mehr Mittel durch Einsparungen im Einkauf.

 

Was bietet ihr über die Kontaktverknüpfung von Nonprofits zu Unternehmen hinaus an?

Wir sehen ekoneo als Online-Plattform, die gemeinnützigen Organisationen Informationen zu nützlichen Hilfen in verschiedenen Themenbereichen des Arbeitsalltags liefert. Neben der Vermittlung von Preisnachlässen verweisen wir auch auf weitere Portale wie beispielsweise Proboneo, innatura, stifter-helfen oder youvo, die sich ebenfalls mit ihrem Angebot an gemeinnützige Organisationen richten. Denn wir finden, dass die Organisation, die uns gefunden hat, auch gleich unser Netzwerk kennen lernen und davon profitieren soll. Manche Unternehmen oder Dienstleister richten ihr Angebot hauptsächlich oder ausschließlich an gemeinnützige Organisationen, weswegen diese keine gesonderten Preisnachlässe geben können. Auch auf sie verweisen wir unter unserer Rubrik ‚Ladenzeile’. Des Weiteren sensibilisieren wir den Blick von Nonprofits auf ihre eigene Organisation indem wir Inhalte zur nachhaltigen Beschaffung und zu einer verantwortungsbewussten Organisationsaufstellung darlegen.
ekoneo wird nach und nach mehr Informationen bereitstellen und so Nonprofits auf ihrem Weg in eine erfolgreiche, zweckorientierte Zukunft unterstützen.

 

Die Idee überzeugt

Wir waren von der Idee so begeistert, dass wir sofort ein Angebot für Nonprofits machten. So bieten wir Nonprofit-Organisationen hohe Preisnachlässe an – sowohl für unseren Ökostrom als auch für unser klimaneutrales Gas. Nonprofits erhalten beispielsweise mindestens 43 % Nachlass auf den Grundpreis sowie 9 % Preisnachlass auf den Energiepreis für unseren Ökostrom. Bei unserem klimaneutralen Gas bekommen diese Organisationen 30 % Nachlass auf den Grundpreis. Bei besonders förderwürdigen Projekten übernehmen wir – auf Anfrage – sogar alle Kosten für die Strom- und Erdgasversorgung.
Mit diesem Angebot wollen wir gesellschaftliches Engagement unterstützen und die Arbeit von vielen enthusiastischen und engagierten Menschen fördern. Denn eine bessere Welt erreichen wir nur gemeinsam